Dienstag, 6. November 2007
Mal ein ganz anderes Wochenende, so ganz ohne IAESTEs im Nordosten Thailands
stephan-zink, 19:29h
Sawadie Krap, สวัสดีครับ heute mal in Thai von nem Kollegen aus dem Buero,
diesmal gleich am Anfang der Woche einen kleinen Bericht uebers Wochenende bevors wieder so ein Marathon wie das letzte Mal wird!
Dieses Wochenende war das erste in Thailand, das ich ohne IAESTE-Studis verbracht habe, daher auch weniger Sight-Seeing, keine Wasserfaelle und auch keine Straende. Tempel natuerlich ausgenommen, die gibts ueberall hier in Thailand und an denen kommt man einfach nicht vorbei.
Normalerweise wollte ich ja das Wochenende das erst mal in Lampang verbringen und mich hier ein wenig umschauen. Hier gibts naemlich auch einiges zu sehen, wie z.B. heisse Quellen, so ne Art Geysir, einen schon lange erloschenen Vulkan, aber auch ein Elefantencamp, sowie Hoehlen sind gleich um die Ecke.
Da mich aber mein Betreuer hier gefragt hat, ob ich nicht mit in den Nordosten Thailands kommen will, um dort seine Familie zu treffen, hab ich kurzerhand meine Plaene geaendert. Ich hab ihm naemlich schon das letzte mal ne Absage erteilt, da zur gleichen Zeit mein Kambotscha-Trip war, ausserdem wann bekomme ich sonst einmal die Gelegenheit in den Osten von Thailand zu reisen und zu sehen, wie dort die Leute leben!
Gesagt getan, gings dann am Freitag um 13Uhr schon los nach Loei, wo seine aeltere Schwester lebt. Dazu muss gesagt sein, dass er mehrere Geschwister hat, ganze 9 Stueck an der Zahl, d.h. eine riesen Familie. Nach Thai Tradition pflegt er nicht nur diese ziemlich regelmaessig zu besuchen, sondern auch seine Cousinen und Cousins. D.h. er ist jedes WE unterwegs und das artet schon fast in Arbeit aus. Nach Loei z.B. waren es 500 bis 600 Kilometer einfach und das war nur die erste Station am WE. Dort gings durch ziemlich bergiges Gebiet so ca. fuer 6 bis 7 Stunden. Die Landschaft war anfangs noch ziemlich interessant fuer mich,

aber nach 3 Stunden wollte ich nur ankommen. So manches Gefaehrt war dann wieder einmal eine willkommene Abwechslung. Dies hier ist z.B. typisch fuer laendliche Gegenden. Ist eine Art Traktor und Auto zugleich fuer die Bauern dort und man sieht die an jeder Ecke. Ohne Kabine geht das auch nur in waermeren Laendern, der Sinn fuer Sicherheit ist hier noch nicht so ausgepraegt, daher auch keinen Ueberrollbuegel!

Angekommen in Loei sind wir nur kurz bei der Schwester von Sunya geblieben, um unsere Sachen abzuliefern. Danach gings, wie ich anfangs erst dachte nur kurz zum Essen oder auf den Nachtmarkt von Loei. Tja, falsch gedacht! Wiedergefunden habe ich mich in einem Restaurant in einem Hinterhof inmitten von Verwandten von Sunya. Dummetrweise hatte ich meine Digicam nicht dabei, daher kann ich mit keinen Bildern aufwarten. Dafuer haben die Thais genug von mir den Abend, sowie ein paar Minuten Videomaterial. Dort hat naemlich ein Neffe Sunyas, oder wie Freunde ihn zu nennen pflegen Tdao, seine baldige Ernennung zum Moench gefeiert. D.h. naechsten Tag wurde er zum Moench geweiht, oder wie auch immer das in Thailand passiert. War dabei nicht anwesend, da ich meinen Rausch ausgeschlafen habe :-) Nach der mir mittlerweile bekannten Runde den Thais die Haende schuetteln, nein das tut man dort nicht, vielmehr faltet man die Haende wie zum Gebet und legt sie je nach Status des anderen an die Brust, ans Kinn oder gar an die Nase, das Obere ist dabei fuer Moenche bestimmt, bin ich dann inmitten von Bruedern Sunyas gelandet, die natuerlich testen wollten, ob sie mit einem Deutschen in Sachen Trinkfestigkeit mithalten koennen. Gesagt getan habe ich zusammen mit Tdao, neben den ganzen Abend essen, so ca. 8 Flachen Bier jeweils 650ml vernichtet. Also war schon ordentlich was und selbst ich hab gut was gespuert. Wie sich Tdao gefuehlt hat kann ich nur ahnen, zumindest hat er als Fahrer noch den Weg heim gefunden :-) War echt ne Leistung fuer ihn!
Am naechsten Tag gabs dann ein kleines Katerfruehstueck vor dem Haus seiner Schwester. Vielmehr waren das fuer mich erst suess wirkende Teilchen, d.h. Backwaren, die dann letztendlich doch mit Fleisch und Zwiebeln gefuellt waren, aber trotzdem suesslich geschmeckt haben. Bin dann wieder auf meine Bananen bzw. Mango umgestiegen ;-) Der Platz vor dem Haus war ziemlich chillig, so unter Palmen und bei Sonnenschein.

Auch war die Familie ziemlich nett. Die Tochter namens Ning von Tdaos Schwester und Ehemann Aet konnte ziemlich gut Englisch sprechen, aber auch mit ihrem Vater Aet konnte man sich gut unterhalten. Hier mal ein Bild kurz vor unserem Aufbruch nach Chaiyaphum zu Tdaos Elternhaus.

Gegen Samstag Mittag waren wir dann auch wieder auf der Strasse zu finden, allerdings “nur” 2,5 Stunden. Gewoehne mich hier echt langsam schon daran, dass 1 Stunde Fahrt gar keine Distanz ist, wenn muessen das schon mindestens 3 oder 4 Stunden sein :-)
Immerhin hat die Landschaft einiges hergegeben.

Das Haus von Tdaos Familie war dann endlich erreicht,

und uns blieb ein wenig Zeit zum Ausruhen. Vielmehr hatte sich Tdao auszuruhen, ich war ja eher passiv unterwegs und bin zeitweise auch eingeschlafen. Das naechste mal, wenn wir dorthin fahren darf ich aber auch mal ne Stunde oder laenger hinters Steuer, um ihn ein wenig zu entlasten. Fuer anfang Dezember habe ich naemlich zugesagt wieder mit Tdao zu Besuch zu kommen. Das ist Tdao wie er sich gerade von der Fahrt erholt.

Im Hintergrund sind Kokosnusspalmen zu sehen. Die sind es dort gewoehnt, wie wir halt einen Obstbaum im Garten haben, Palmen und Bananenstraeucher dort stehen zu haben. Auch gabs dort Papayas und Mangos frisch aus dem Garten, hat was!!!
Nach einer kurzen Pause sind wir dann auch gleich aufgebrochen Tdaos Bauernhof zu sehen. Wiedergefunden hab ich mich aber erst einmal bei seinem Onkel gleich um die Ecke. Der plant naemlich einen Resort fuer Touristen aufzubauen, vielmehr befindet er sich schon mitten im Bau. Nachdem er naemlich als General aus der Marine Thailands ausgeschieden ist hat er sich ein “Hobby” fuer den Ruhestand gesucht.
Ich fand die Anlage von ihm ziemlich ansprechend! Er hat sich dort, ziemlich gut zugaenglich an einer grossen Strasse gelegen, ein Stueck Land gekauft und sich dort gleich wenn man durch das Eingangtor kommt eine kleine Drivingrange einrichten lassen. Nach einem See mit Pavilion steht dann auch sein Feriendomizil...

und in dem Bambuswald dahinter finden sich 5 Bungalows fuer jeweils 2 Personen Platz wieder.

Wirklich jetzt schon ein schoenes Plaetzchen, das Ende Januar naechsten Jahres in Betrieb genommen werden kann. Eine Einladung dorthin hab ich natuerlich auch bekommen, aber wer weiss ob ich die jemals wahrnehmen kann. Ist naemlich ein wenig abseits der gewoehnlichen Touristenpfade, wohl eher fuer thailaendische Touristen ausgelegt. Allein wegen des Onkels wuerde sich aber der Trip lohnen! Er ist eine sehr angenehme und aufgeschlossene Person, sowie auch an deutscher Kultur interessiert. So hat er sich z.B. an seinem Haus im Resort fuer Thailand eher unuebliche Blumenkaesten installieren lassen.
Danach gings dann aber zu der versprochenen Farm von Tdao und die war echt riesig! Hatte ja anfangs nicht fuer moeglich gehalten, dass die Zahlen von 100000 Huehnern und 1000 Schweinen stimmen koennen, aber nach dem Besuch glaub ich das doch einmal. Der hat sich da innerhalb der letzten 5 Jahre eine ziemlich grosse Farm zusammen mit seinem Bruder aufgebaut. Hier mal ein Bild der Gefluegelfarm.

Insgesamt sind das 5 riesige Hallen mit jeweils so ca. 20000 Huehnern Kapazitaet, die im grossen Stil dort gemaestet werden, um dann nach ca. 50 bis 60 Tagen groesstenteils ins europaeische Ausland verkauft zu werden. Danach stehen zwecks Reinigungsarbeiten und Praevention von Vogelgrippe die Genaeude einen Monat leer, daher auch nur ein Bild von Innen, so ganz ohne Huehner.

Im Gegensatz zur Gefluegelfarm ist die Schweinefarm noch nicht fertiggestellt. Hier befindet sich noch einiges im Bau, geplant ist die Erweiterung von 1000 auf 4000 Schweine. Daher siehts da auch noch ziemlich wiest aus, da inmitten der Baustelle natuerlich schon die vorhandenen Gebaeude landwirtschaftlich genuzt werden. Hier planen Tdao, sein Bruder Nui und ein Cousin Beckham genannt den Verlauf der baldigen Strasse in die Farm.

Das Gebaeude ganz hinten in vorherigen Bild ist hierbei das neue fuer die Mutterschweine (MaeMooooh ;-) ) Hier entsteht alles noch in richtiger Handarbeit, so wurden z.B. die Gitterteile im naechsten Bild nicht, wie in Deutschland ueblich, zugekauft, sondern alle vor Ort gebogen und zusammengeschweisst. Auch muss man sich hierzulande nicht allzu grosse Sorgen um die Temperaturen machen, vielmehr mehr um ausreichende Kuehlung, weswegen grosse Ventilatoren an der Stirnseite der Gebaeude vorgesehen sind.

Hier auch mal ein paar Eindruecke wie es da spaeter ueberall aussehen wird.

Hier sind die Schweine dann auch schon von den Muettern getrennt und werden bereits gemaestet.

In Zukunft ist auch noch eine Biogasanlage zur eigenen Stromerzeugung vorgesehen, sowie eine Erweiterung des Betriebes in die umliegenden Felder. Also echt grosses Buisness, in der Tdao und sein Bruder, gelernter Tierarzt, nur noch als Verwalter fungieren werden. Fuer die ca. 5 bis 10 Angestellten wird natuerlich ein Haus im Farmgelaende errichtet, kostet ja in Thailand nichts! Trotzdem muss mein Betreuer fuer thailaendische Verhaeltnisse ein richtig reicher Mann sein, trotzdem er sich in Bescheidenheit uebt.
Den Abend gings z.B. nach dem Farmbesuch zu einer Versammlung in einem Tempel. Er hat mich dort einfach mit hin geschleppt, in dem Glauben lassend, dass wir dort den Tempel seines Dorfes anschauen wollen. Dem war dann halt nicht so! Die Versammlung hat dann doch ganze 2 Stunden gedauert, in denen ich bis auf teilweise das Wort Farang (Bezeichnung fuer westliche Auslaender) nichts verstanden habe. Da ging es irgendwie darum, ob doch ein alter schon ziemlich vom Zahn der Zeit geplagter Tempel an einer neuen Stelle platziert werden soll, oder doch als antiker Tempel dort belassen und statt dessen restauriert werden soll. Mir wurde dazu eine Diskussion versprochen, erlebt habe ich viele Reden einzelner Personen und einen ploetzlichen Applaus. Danach war dann die Sache beschlossen!? Wie die dabei abgestimmt haben, hab ich nicht herausfinden koennen, jedenfalls bleibt der alte Tempel dort stehen wo er bereits steht. Auf dem kommenden Bild sieht man einen Ueberblick ueber das Gelaende dort. Der alte Tempel im Fordergrund des Neueren und im Hintergrund bereits ein noch neuerer Tempel im Bau.

So sah der dann auch von Innen aus.

Nach kurzen Besuchen bei Tdaos Lehrern aus seiner Schulzeit und diversen anderen Personen, sowie Kindern, die mich mit grossen Augen bestaunt haben, gings dann noch einmal kurz bei seinem Elternhaus vorbei, seiner dort lebenden Schwester nebst Bruder mit Familie lebewohl zu sagen.
Der Heimweg ging diesmal wieder ueber ziemlich huegeliges Terrain und steilen Berge. So einige kurriose Augenblicke waren auch diesmal wieder dabei. So werd ich den Anblick denk ich nicht mehr vergessen, wie sich der voellig ueberladene von Bueffeln ueberquellende LKW die Berge hochgequaelt hat. Aber irgendwie funktioniert hier in Thailand trotz teilweise schlechten Gefaehrten doch alles!!!

Ein letztes Bild, on dem sich die Sonnenstrahlen gerade noch durch die Wolken kaempfen

und dann wurde es auch schon Nacht und ich war wieder zurueck in Lampang, Schlaf tanken fuer die naechste Arbeitswoche. Zurueckgelegte Kilometer das WE schaetzungsweise 1400 Kilometer, also Standard :-)
Naechstes Wochenende stht dann der Trip von Egat aus in den Norden Thailands aus, wo geplant ist mit armen Kindern aus der Region dort 2 Tage lang zu campen und denen diverse Sachen fuer die Schule zu schenken. Mal sehn was das wird.
Auch hab ich ja die Woche drauf wieder mal eine Woche frei, allerdings noch ncht so recht den Plan, was ich da machen werde. Evtl. Schau ich aber mal in Chiang Mai bei den anderen IAESTE Studenten vorbei, oder werde einfach mal mit meinem erst heute neu erstanden Roller meines Betreuers die Gegend hier ein wenig unsicher machen.
Auch hat man mir angeboten naechstes verlaengertes Wochenende mit einer Abteilung von EGAT, sprich 40 Mann, an einen 4 Tages Trip nach Laos teilzunehmen. Da die Firma wohl ziemlich alles, wahrscheinlich bis aufs Visa, uebernimmt, werde ich dort wohl zusagen. Zeit hab ich ja und Laos wollte ich eh mal gesehen haben.
Muss mir hier also keine Sorgen machen, dass es mir langweilig wird. Das naechste mal kommt vielleicht mal ein Bericht von unter der Woche, d.h. von Eindruecken der Arbeit und meinen Freizeitbeschaeftigungen nebst der Arbeit unter der Woche.
Lasst weiterhin was von euch hoeren und natuerlich schoene Grusse an das hart arbeitende Studentenvolk, sowie die ohnehin fleissig verdienenden Leser meines Blogges!
Pum ni pop gan, cu tomorrow, Stephan
diesmal gleich am Anfang der Woche einen kleinen Bericht uebers Wochenende bevors wieder so ein Marathon wie das letzte Mal wird!
Dieses Wochenende war das erste in Thailand, das ich ohne IAESTE-Studis verbracht habe, daher auch weniger Sight-Seeing, keine Wasserfaelle und auch keine Straende. Tempel natuerlich ausgenommen, die gibts ueberall hier in Thailand und an denen kommt man einfach nicht vorbei.
Normalerweise wollte ich ja das Wochenende das erst mal in Lampang verbringen und mich hier ein wenig umschauen. Hier gibts naemlich auch einiges zu sehen, wie z.B. heisse Quellen, so ne Art Geysir, einen schon lange erloschenen Vulkan, aber auch ein Elefantencamp, sowie Hoehlen sind gleich um die Ecke.
Da mich aber mein Betreuer hier gefragt hat, ob ich nicht mit in den Nordosten Thailands kommen will, um dort seine Familie zu treffen, hab ich kurzerhand meine Plaene geaendert. Ich hab ihm naemlich schon das letzte mal ne Absage erteilt, da zur gleichen Zeit mein Kambotscha-Trip war, ausserdem wann bekomme ich sonst einmal die Gelegenheit in den Osten von Thailand zu reisen und zu sehen, wie dort die Leute leben!
Gesagt getan, gings dann am Freitag um 13Uhr schon los nach Loei, wo seine aeltere Schwester lebt. Dazu muss gesagt sein, dass er mehrere Geschwister hat, ganze 9 Stueck an der Zahl, d.h. eine riesen Familie. Nach Thai Tradition pflegt er nicht nur diese ziemlich regelmaessig zu besuchen, sondern auch seine Cousinen und Cousins. D.h. er ist jedes WE unterwegs und das artet schon fast in Arbeit aus. Nach Loei z.B. waren es 500 bis 600 Kilometer einfach und das war nur die erste Station am WE. Dort gings durch ziemlich bergiges Gebiet so ca. fuer 6 bis 7 Stunden. Die Landschaft war anfangs noch ziemlich interessant fuer mich,

aber nach 3 Stunden wollte ich nur ankommen. So manches Gefaehrt war dann wieder einmal eine willkommene Abwechslung. Dies hier ist z.B. typisch fuer laendliche Gegenden. Ist eine Art Traktor und Auto zugleich fuer die Bauern dort und man sieht die an jeder Ecke. Ohne Kabine geht das auch nur in waermeren Laendern, der Sinn fuer Sicherheit ist hier noch nicht so ausgepraegt, daher auch keinen Ueberrollbuegel!

Angekommen in Loei sind wir nur kurz bei der Schwester von Sunya geblieben, um unsere Sachen abzuliefern. Danach gings, wie ich anfangs erst dachte nur kurz zum Essen oder auf den Nachtmarkt von Loei. Tja, falsch gedacht! Wiedergefunden habe ich mich in einem Restaurant in einem Hinterhof inmitten von Verwandten von Sunya. Dummetrweise hatte ich meine Digicam nicht dabei, daher kann ich mit keinen Bildern aufwarten. Dafuer haben die Thais genug von mir den Abend, sowie ein paar Minuten Videomaterial. Dort hat naemlich ein Neffe Sunyas, oder wie Freunde ihn zu nennen pflegen Tdao, seine baldige Ernennung zum Moench gefeiert. D.h. naechsten Tag wurde er zum Moench geweiht, oder wie auch immer das in Thailand passiert. War dabei nicht anwesend, da ich meinen Rausch ausgeschlafen habe :-) Nach der mir mittlerweile bekannten Runde den Thais die Haende schuetteln, nein das tut man dort nicht, vielmehr faltet man die Haende wie zum Gebet und legt sie je nach Status des anderen an die Brust, ans Kinn oder gar an die Nase, das Obere ist dabei fuer Moenche bestimmt, bin ich dann inmitten von Bruedern Sunyas gelandet, die natuerlich testen wollten, ob sie mit einem Deutschen in Sachen Trinkfestigkeit mithalten koennen. Gesagt getan habe ich zusammen mit Tdao, neben den ganzen Abend essen, so ca. 8 Flachen Bier jeweils 650ml vernichtet. Also war schon ordentlich was und selbst ich hab gut was gespuert. Wie sich Tdao gefuehlt hat kann ich nur ahnen, zumindest hat er als Fahrer noch den Weg heim gefunden :-) War echt ne Leistung fuer ihn!
Am naechsten Tag gabs dann ein kleines Katerfruehstueck vor dem Haus seiner Schwester. Vielmehr waren das fuer mich erst suess wirkende Teilchen, d.h. Backwaren, die dann letztendlich doch mit Fleisch und Zwiebeln gefuellt waren, aber trotzdem suesslich geschmeckt haben. Bin dann wieder auf meine Bananen bzw. Mango umgestiegen ;-) Der Platz vor dem Haus war ziemlich chillig, so unter Palmen und bei Sonnenschein.

Auch war die Familie ziemlich nett. Die Tochter namens Ning von Tdaos Schwester und Ehemann Aet konnte ziemlich gut Englisch sprechen, aber auch mit ihrem Vater Aet konnte man sich gut unterhalten. Hier mal ein Bild kurz vor unserem Aufbruch nach Chaiyaphum zu Tdaos Elternhaus.

Gegen Samstag Mittag waren wir dann auch wieder auf der Strasse zu finden, allerdings “nur” 2,5 Stunden. Gewoehne mich hier echt langsam schon daran, dass 1 Stunde Fahrt gar keine Distanz ist, wenn muessen das schon mindestens 3 oder 4 Stunden sein :-)
Immerhin hat die Landschaft einiges hergegeben.

Das Haus von Tdaos Familie war dann endlich erreicht,

und uns blieb ein wenig Zeit zum Ausruhen. Vielmehr hatte sich Tdao auszuruhen, ich war ja eher passiv unterwegs und bin zeitweise auch eingeschlafen. Das naechste mal, wenn wir dorthin fahren darf ich aber auch mal ne Stunde oder laenger hinters Steuer, um ihn ein wenig zu entlasten. Fuer anfang Dezember habe ich naemlich zugesagt wieder mit Tdao zu Besuch zu kommen. Das ist Tdao wie er sich gerade von der Fahrt erholt.

Im Hintergrund sind Kokosnusspalmen zu sehen. Die sind es dort gewoehnt, wie wir halt einen Obstbaum im Garten haben, Palmen und Bananenstraeucher dort stehen zu haben. Auch gabs dort Papayas und Mangos frisch aus dem Garten, hat was!!!
Nach einer kurzen Pause sind wir dann auch gleich aufgebrochen Tdaos Bauernhof zu sehen. Wiedergefunden hab ich mich aber erst einmal bei seinem Onkel gleich um die Ecke. Der plant naemlich einen Resort fuer Touristen aufzubauen, vielmehr befindet er sich schon mitten im Bau. Nachdem er naemlich als General aus der Marine Thailands ausgeschieden ist hat er sich ein “Hobby” fuer den Ruhestand gesucht.
Ich fand die Anlage von ihm ziemlich ansprechend! Er hat sich dort, ziemlich gut zugaenglich an einer grossen Strasse gelegen, ein Stueck Land gekauft und sich dort gleich wenn man durch das Eingangtor kommt eine kleine Drivingrange einrichten lassen. Nach einem See mit Pavilion steht dann auch sein Feriendomizil...

und in dem Bambuswald dahinter finden sich 5 Bungalows fuer jeweils 2 Personen Platz wieder.

Wirklich jetzt schon ein schoenes Plaetzchen, das Ende Januar naechsten Jahres in Betrieb genommen werden kann. Eine Einladung dorthin hab ich natuerlich auch bekommen, aber wer weiss ob ich die jemals wahrnehmen kann. Ist naemlich ein wenig abseits der gewoehnlichen Touristenpfade, wohl eher fuer thailaendische Touristen ausgelegt. Allein wegen des Onkels wuerde sich aber der Trip lohnen! Er ist eine sehr angenehme und aufgeschlossene Person, sowie auch an deutscher Kultur interessiert. So hat er sich z.B. an seinem Haus im Resort fuer Thailand eher unuebliche Blumenkaesten installieren lassen.
Danach gings dann aber zu der versprochenen Farm von Tdao und die war echt riesig! Hatte ja anfangs nicht fuer moeglich gehalten, dass die Zahlen von 100000 Huehnern und 1000 Schweinen stimmen koennen, aber nach dem Besuch glaub ich das doch einmal. Der hat sich da innerhalb der letzten 5 Jahre eine ziemlich grosse Farm zusammen mit seinem Bruder aufgebaut. Hier mal ein Bild der Gefluegelfarm.

Insgesamt sind das 5 riesige Hallen mit jeweils so ca. 20000 Huehnern Kapazitaet, die im grossen Stil dort gemaestet werden, um dann nach ca. 50 bis 60 Tagen groesstenteils ins europaeische Ausland verkauft zu werden. Danach stehen zwecks Reinigungsarbeiten und Praevention von Vogelgrippe die Genaeude einen Monat leer, daher auch nur ein Bild von Innen, so ganz ohne Huehner.

Im Gegensatz zur Gefluegelfarm ist die Schweinefarm noch nicht fertiggestellt. Hier befindet sich noch einiges im Bau, geplant ist die Erweiterung von 1000 auf 4000 Schweine. Daher siehts da auch noch ziemlich wiest aus, da inmitten der Baustelle natuerlich schon die vorhandenen Gebaeude landwirtschaftlich genuzt werden. Hier planen Tdao, sein Bruder Nui und ein Cousin Beckham genannt den Verlauf der baldigen Strasse in die Farm.

Das Gebaeude ganz hinten in vorherigen Bild ist hierbei das neue fuer die Mutterschweine (MaeMooooh ;-) ) Hier entsteht alles noch in richtiger Handarbeit, so wurden z.B. die Gitterteile im naechsten Bild nicht, wie in Deutschland ueblich, zugekauft, sondern alle vor Ort gebogen und zusammengeschweisst. Auch muss man sich hierzulande nicht allzu grosse Sorgen um die Temperaturen machen, vielmehr mehr um ausreichende Kuehlung, weswegen grosse Ventilatoren an der Stirnseite der Gebaeude vorgesehen sind.

Hier auch mal ein paar Eindruecke wie es da spaeter ueberall aussehen wird.

Hier sind die Schweine dann auch schon von den Muettern getrennt und werden bereits gemaestet.

In Zukunft ist auch noch eine Biogasanlage zur eigenen Stromerzeugung vorgesehen, sowie eine Erweiterung des Betriebes in die umliegenden Felder. Also echt grosses Buisness, in der Tdao und sein Bruder, gelernter Tierarzt, nur noch als Verwalter fungieren werden. Fuer die ca. 5 bis 10 Angestellten wird natuerlich ein Haus im Farmgelaende errichtet, kostet ja in Thailand nichts! Trotzdem muss mein Betreuer fuer thailaendische Verhaeltnisse ein richtig reicher Mann sein, trotzdem er sich in Bescheidenheit uebt.
Den Abend gings z.B. nach dem Farmbesuch zu einer Versammlung in einem Tempel. Er hat mich dort einfach mit hin geschleppt, in dem Glauben lassend, dass wir dort den Tempel seines Dorfes anschauen wollen. Dem war dann halt nicht so! Die Versammlung hat dann doch ganze 2 Stunden gedauert, in denen ich bis auf teilweise das Wort Farang (Bezeichnung fuer westliche Auslaender) nichts verstanden habe. Da ging es irgendwie darum, ob doch ein alter schon ziemlich vom Zahn der Zeit geplagter Tempel an einer neuen Stelle platziert werden soll, oder doch als antiker Tempel dort belassen und statt dessen restauriert werden soll. Mir wurde dazu eine Diskussion versprochen, erlebt habe ich viele Reden einzelner Personen und einen ploetzlichen Applaus. Danach war dann die Sache beschlossen!? Wie die dabei abgestimmt haben, hab ich nicht herausfinden koennen, jedenfalls bleibt der alte Tempel dort stehen wo er bereits steht. Auf dem kommenden Bild sieht man einen Ueberblick ueber das Gelaende dort. Der alte Tempel im Fordergrund des Neueren und im Hintergrund bereits ein noch neuerer Tempel im Bau.

So sah der dann auch von Innen aus.

Nach kurzen Besuchen bei Tdaos Lehrern aus seiner Schulzeit und diversen anderen Personen, sowie Kindern, die mich mit grossen Augen bestaunt haben, gings dann noch einmal kurz bei seinem Elternhaus vorbei, seiner dort lebenden Schwester nebst Bruder mit Familie lebewohl zu sagen.
Der Heimweg ging diesmal wieder ueber ziemlich huegeliges Terrain und steilen Berge. So einige kurriose Augenblicke waren auch diesmal wieder dabei. So werd ich den Anblick denk ich nicht mehr vergessen, wie sich der voellig ueberladene von Bueffeln ueberquellende LKW die Berge hochgequaelt hat. Aber irgendwie funktioniert hier in Thailand trotz teilweise schlechten Gefaehrten doch alles!!!

Ein letztes Bild, on dem sich die Sonnenstrahlen gerade noch durch die Wolken kaempfen

und dann wurde es auch schon Nacht und ich war wieder zurueck in Lampang, Schlaf tanken fuer die naechste Arbeitswoche. Zurueckgelegte Kilometer das WE schaetzungsweise 1400 Kilometer, also Standard :-)
Naechstes Wochenende stht dann der Trip von Egat aus in den Norden Thailands aus, wo geplant ist mit armen Kindern aus der Region dort 2 Tage lang zu campen und denen diverse Sachen fuer die Schule zu schenken. Mal sehn was das wird.
Auch hab ich ja die Woche drauf wieder mal eine Woche frei, allerdings noch ncht so recht den Plan, was ich da machen werde. Evtl. Schau ich aber mal in Chiang Mai bei den anderen IAESTE Studenten vorbei, oder werde einfach mal mit meinem erst heute neu erstanden Roller meines Betreuers die Gegend hier ein wenig unsicher machen.
Auch hat man mir angeboten naechstes verlaengertes Wochenende mit einer Abteilung von EGAT, sprich 40 Mann, an einen 4 Tages Trip nach Laos teilzunehmen. Da die Firma wohl ziemlich alles, wahrscheinlich bis aufs Visa, uebernimmt, werde ich dort wohl zusagen. Zeit hab ich ja und Laos wollte ich eh mal gesehen haben.
Muss mir hier also keine Sorgen machen, dass es mir langweilig wird. Das naechste mal kommt vielleicht mal ein Bericht von unter der Woche, d.h. von Eindruecken der Arbeit und meinen Freizeitbeschaeftigungen nebst der Arbeit unter der Woche.
Lasst weiterhin was von euch hoeren und natuerlich schoene Grusse an das hart arbeitende Studentenvolk, sowie die ohnehin fleissig verdienenden Leser meines Blogges!
Pum ni pop gan, cu tomorrow, Stephan
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