Dienstag, 16. Oktober 2007
Tigertempel und Wasserfaelle
Die Zeit vergeht und seit gestern sind nun jetzt schon 2 Wochen vergangen, in denen ich in Thailand bin! Mein Thai hat sich nicht merklich verbessert, da ich von Tag zu Tag schwanke ob ichs nun verstaerkt lernen soll oder es sich fuer die 3 Monate doch nicht lohnt. Momentan bin ich der Ansicht doch mehr lernen zu wollen. Mal sehn wies morgen aussieht :-) Die groessten Schwierigkeiten bereiten mir hier die Namen. Die hoeren sich alle verdammt aehnlich an und werden auch so komisch betont, dass es unmoeglich ist sich das alles zu merken, zumal ich auch noch jeden Tag so ca. 10 neuen Leuten vorgestellt werde oder die mich einfach ansprechen. Im Gegenzug kennt hier halt jeder meinen Namen und mir ists immer peinlich nochmal den Namen zu erfragen, mit dem Wissen, dass ich den eh nach ner Minute vergessen habe. Hoffentlich ist das nur ne Gewohnheitssache. Neuerdings lass ich mir die Namen immer aufschreiben und hab auch schon Spicker fuer die Arbeit, meine Unterkunft usw. angelegt :-)

Damit ihr mal sehen koennt an welchem Arbeitsplatz ich meinen Blog fuettere hier mal ein Bild davon.



Wenn ich mich nach links umdrehe befindet sich dort gleich die Rezeption, an der sie mir bestaendig versuchen ein paar Brocken Thai beizubringen.



Auch das Wachpersonal am Abend ist sehr interessiert an dem was ich hier so lange am Computer treibe. Meistens laeuft dann das Gespraech, wenn mans als solches bezeichnen kann, darauf hinaus, dass ich Bilder von daheim zeige. Mitterweile hab ich schon ne PowerPoint Praesentation zusammengestellt :-)

Hier noch schnell der Eingangsbereich von dem Haus, in dem ich wohne



und ein Bild von der Front, wo auch meine Wohnung drauf zu sehen ist. Die befindet sich im ersten Stock ganz rechts wo sich der Baum befindet.



Wenn ich auf dem Balkon stehe kann ich nicht weit erfernt direkt in nen tropischen Wald sehen und dahinter befindet sich ein ziemlich grosser See.



Hoert sich idylisch an, ist es aber nicht ganz, denn dementsprechen laut ist es in meinem Zimmer. Die Froesche muessen hier um einiges groesser sein als bei uns so laut wie die quaken koennen und wenn die Grillen loslegen, komm ich mir wirklich so vor, als waer meine Wohnung direkt neben nem Fussballfeld. Gestern Abend bin ich auf dem Weg zu meiner Wohnung auf einen Schmetterling gestossen, von dem ich erst dachte, dass es ein Blatt sei. Der war echt riesig drum hab ich mal meine Hand als Massstab daneben gelegt.



Fliegen konnte der aber nicht so gut, vielmehr ist der mehr gesegelt, als ich ihn von meinem Balkon hab aus starten lassen ;-) Ich konnt einfach nicht anders, als das auszuprobieren.

War auch jetzt schon 3 mal am Braunkohleabbaugebiet. Das erste mal war bereits am 2 Tag und wir haben dort gegessen. Leider hat ich da die Kamera vergessen! Dafuer hat sich letzte Woche Pi Sulla oder so aehnlich :-) Zeit genommen und ich konnte das Mining Museum besuchen, sowie von der dortigen Terasse ueber die Mine schauen.



Unten sieht man sogar den Golfplatz, den sie rund um den Abbaukrater angelegt haben. Echt keine schlechte Lage und ich werd vielleicht mal ein bisschen Golftraining nehmen, nachdem sie mir schon nen Lehrer angeboten haben. Mal sehn wies sich auf nem echten Rasen spielen laesst? Bis jetzt hatte ich nur Bekanntschaft mit dem Wiesengrund in Erlangen, wo man mehr Baelle gesucht hat, als geschlagen :-)

Eine noch bessere Sicht ueber das ganze Gelaende hatte ich aber erst heute morgen. Mein Betreuer hat mir naemlich nen Lageplan der verschiedenen Messpunkte bzgl. Luftqualitaet rund um das MaeMoh Kraftwerk gezeigt. Dabei hat er auf nen besonders hohen Punkt verwiesen, wo wohl die Aussicht besonders gut sei. Kurz nachgefragt und schwubs sass ich auch schon in nem Jeep und wir sind dort hingefahren. War echt ne klasse Aussicht und in nem Monat muss es dort wohl noch schoener sein, denn im Winter ist der ganze Berg gelb wegen der vielen Blueten.

Im ersten Bild seht ihr den Wasserspeicher fuer die Kuehltuerme und die Entschwefelungsanlage.



Blickt man weiter nach links beginnt das eigentliche freigelegte Abbaugebiet. Das schwarze, falls man es erkennen kann, ist dabei die Braunkohle.



Anschliessend sieht man auch, wie die dort terassenartig die obere Erdschicht wegraeumen, um an die Braunkohle zu kommen. Echt ne wahnsinns Erdbewegung, die da stattfindet. Bin mal gespannt wie das vor Ort aussieht, denn die letzte Woche meines Praktikums bin ich dort unten, bzw. auch in der Werkstatt, in der die Muldenlader repariert werden.



Natuerlich hab ich auch wieder was das letzte Wochenende unternommen. Diesmal gings nach Kanchanaburi, das liegt westlich von Bangkok. D.h. knappe 8 Stunden mit dem Nachtbus von Lampang nach Bangkok, dort dann nach 2 Stunden Schlaf in dem Unischlafsaal auf zur naechsten Busstation, von der aus wir dann innerhaln 2 Stunden dort waren.
Kanchanaburi wird euch nicht sagen, mir zuvor eigentlich auch nichts. Allerdings muesste es jeder kennen, da dort die beruehmte Bruecke am Kwai den Kwae Yai ueberquert. Eigentlich, wie sich spaeter dann nachlesen lies, ist das nicht die original Bruecke gewesen. Die steht bzw. stand 2 Kilometer weiter Flussaufwaerts.



Sind dann auch gleich ueber die Bruecke gepilgert. In Deutschland haette die wohl niemand betreten duerfen, denn links und rechte neben den Gleisen haben sich ziemlich grosse Luecken aufgetan und es waren keinerlei Schutzmassnahmen installiert. Zudem ist dann auch noch 2 bis 3 mal am Tag ein Zug dort drueber gefahren und die Leute muessen auf die alle 20 Meter installierten Plattformen fluechten. Ein Vorteil hatte das ganze. Denn da keine Sicherheitvorkehrungen vorhanden waren, hat man sich auch nicht so sehr auf diese verlassen, sondern hat halt einfach mehr aufgepasst. Nennt sich dann passive Absicherung :-)



Unterwegs war ich diesmal wieder mit ne ziemlich grossen Truppe. Ingesamt warens aber nicht 7, wie auf dem Bild, sondern 10 Leute.

An dem Samstag gings dann auch noch zum Tigertempel, Wat Pa Luang Tabua. Wie schon der umgangssprachlige Name sagt, war die Hauptattraktion dort, Tiger zu sehen und diese aber auch streicheln zu koennen. Fahrzeit ca. 1 Stunde, mit nem Pickup.



Bevor men den Eingang passieren konnte, musste man allerdings ne Erklaerung unterschreiben, dass im Falle eines Ungluecks, die Moenche des Tempels nicht zur Rechenschaft gezogen werden koennen. Gibt einem erst mal ordentlich zu denken, aber vor Ort sah die Situation ganz anders aus, d.h. die Tiger waren wirklich total ruhig, wie in Trance. Nachdem da schon einige vor mir sich haben ablichten lassen, bin ich dann auch an der Reihe gewesen. Neben mir immer mindestens 2 Personen, die aufgepasst haben, dass nichts passiert und ne Kette hat den Tiger ja auch von mir getrennt.



Die kleinen Tiger danach waren da noch ein Stueckchen interessanter. Die haben sie naemlich frei rumtollen lassen und die waren auch ein bisschen quirliger als die Grossen. Irgendwas muss ich wohl an meiner Hose gehabt haben, denn die fand der eine so richtig interessant.



Im Nachhinein hat man uns auch versichert, dass den Tieren keine Drogen oder Medikamente gegeben wird, sondern die alleine durch ihr Aufwachsen bei den Moenchen so ruhig werden. Dort gabs dann auch ein Gebaeude mit der Aufschrift Tiger Meditation Center, naja ob das so stimmt!?

Neben den Tigern gabs dann noch ne andere Attraktion. Wie wir naemlich von der Tigerschlucht in das Zentrum der Tempelanlage gelaufen sind, kamen ploetzlich viele Moenche mit ner Wagenladung Kartoffeln oder aehnlichem an und haben die mitten auf den Weg geschmissen. Mir nichts dir nichts waren wir dann umzingelt von Wildschweinen, Rehen, Kuehen, Pferden und was man sich sonst noch so vorstellen kann.



Zurueck in Kanchanaburi haben wir uns dann erst einmal in unserem Resort direkt am Fluss ausgeruht. Das hiess Camelia Resort und war eine total gut gepflegte Anlage mit nem eigenem Masagehaus, ner kleinen Bar zum Chillen, Kickern und Billiard spielen und nem Pool. In den 3 Bungalows lies es sich mit ner Klimaanlage auch gut aushalten und der Blick vom Balkon war auch genial. Auf dem Bild sind sogar ein paar Leute aus der Gruppe drauf (rotes T-Shirt)



So laesst sichs leben!!!





Nach dem Abendessen gings dann nochmal zur Erfrischung in den Pool, frisch machen fuer die Party danach.



Leider gabs dort keinen vernuenftigen Club, so dass wir uns mit ner Art von Biergarten zufrieden geben mussten. Hat aber trotzdem zu gereicht, dass am naechsten Tag mein Zimmernachbar, ein Norweger, erst um 10 ins Bett gekommen ist. Er ist wohl am Pool eingeschlafen, hat er vermutet :-)

Der Sonntag hat dann erst so gegen 12Uhr so richtig begonnen und um 13:30 Uhr gings dann moeglichst schnell zum Erawan National Park, da der bereits ab 16Uhr die Pforten schliesst. Ne Stunde Fahrt hatten wir ja auch noch hinter uns zu bringen. Aber hat sich gelohnt, denn wir wurden mit einigen Wasserfaellen belohnt in deren Staustufen man sogar baden konnte.



So wie wir sassen dort ueberall die Leute einfach nur im Wasser oder lagen auf eigens dafuer gebauten Liegen ueberall in dem Gebiet ums Wasser herum verteilt auf der faulen Haut.
Der Wasserlauf hat sich dort ueber 7 Stufen eine Schneise durch den Wald gebahnt und es sind natuerliche Becken direkt unter den Wasserfaellen (Stufen) entstanden, in denen es erlaubt war zu baden.



Wir sind sogar in die Grotte hinter dem Wasserfall geklettert. Dort hing aber so einiges Eckliges von der Decke und es gab auch verschieden kleinere und groessere Loecher, in denen wer weiss was fuer Tiere gehaust haben. Ich moechte es garnicht wissen!



Schade war allerdings, dass uns nur erlaubt wurde die unteren 3 Stufen zu erklimmen, da wegen den starken Regenfaellen am Vortag es zu gefaehrlich gewesen waere in die oberen Regionen vorzudringen.



Das nenn ich mal ein Blatt! Von wegen Efeublatt. Brauner bin ich auch nicht geworden und werde ich wahrscheinlich auch nicht hier im Norden. Hier ist es naemlich nicht ueblich in kurzen Hosen rum zu laufen. So geh ich jeden Tag brav in Jeans und Hemd zur Arbeit.



Der Park war dann nach nem kleinen Lianentest ausgeschoepft und es hat auch gereicht, ich musste ja wieder zurueck, meinen Zug in Bangkok erwischen.
War letztendlich dann sogar ne ziemlich knappe Angelegenheit, da zur reinen Fahrzeit von 3 Stunden noch ne Taxifahrt in Bangkok bei ziemlich starkem Verkehr zu schaffen galt. Waere da nicht mein Arbeitskollege Sunya gewesen, der den ganzen Bus ca. 20Min auf mich warten lies, waere ich erst einmal aufgeschmissen gewesen. Hat aber dann doch alles gut geklappt und am Montag nach ner Stunde Schlaf in seinem Haus, gings dann wieder auf die Arbeit, ausruhen vom Wochenende :-)

Die Woche verlief bis jetzt ganz ruhig, ich hab nun endlich nen festen Arbeitsplatz und auch ne recht sinnvolle Aufgabe. Mein Chef ist ein ziemlich jung gebliebener Thai, der mit seiner Zahnspange und vor allem sein Verhalten gerade mal so alt wie ich wirkt oder noch juenger, aber dann doch schon 39Jahre auf dem Buckel hat. Demendsprechend locker ist dort auch das Arbeitsklima, also alles bestens!

War mal wieder ein ziemlich langer Eintrag und ich hoffe die vielen Bilder haben das Lesen ein wenig anschaulicher gemacht.
Als naechstes steht bei mir eine einwoechige Tour auf dem Programm. Es geht mit weiteren 5 Studenten und ner Thai Professorin fuer 4 Tage nach Kambotscha und anschliessend werde ich evtl. meinen ersten Strand hier in dem Land sehen und oestlich von Bangkok Inseln anschauen gehen.

Als machts mal gut, schoene Gruesse an alle und bis bald!

Stephan

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