Donnerstag, 15. November 2007
Bergvoelker und Stephan alleine unter Thais
Gruazzi miteinand,

Mal wieder ein kleiner Bericht vom Wochenende, bevors ins naechste lange Wochenende geht :-)

Wie gesagt gings ja in den Norden Thailands, um dort den Bergstaemmen nuetzliche Sachen zu schenken und mit denen dort zu champen. Also mehr ein Zeltlager mit vielen Kindern, dachte ich! Soviel habe ich zumindest verstanden, als sie mich dazu eingeladen haben. Wurde dann alles doch ein wenig anders, aber ich habe die 2 Tage sehr genossen und dort ein ganz anderes Thailand kennenlernen duerfen, als ich zuvor gesehen habe. So habe ich zum ersten Mal Bergbewohner im Norden Thailands getroffen. Zu meiner Ueberraschung konnten die die Thais genauso wenig wie ich verstehen! Deren Sprache ist mehr ein Chinesisch, da dort China gerade einmal 120km entfernt liegt und die sich vor langer Zeit dort heimisch gemacht haben. Auch habe ich thailaendische Braeuche direkt miterlebt, wie z.B. Papierballons (com loy) mit einer Kerze drinnen steigen zu lassen. Echt cooler Brauch, steht ganz oben in meiner Liste, was ich machen werde, wenn ich wieder zurueck in Deutschland bin!
Ansonsten nach wie vor alles bestens! Bin hier ziemlich gut aufgehoben, um mich rum eigentlich nur nette Leute, die sich alle sehr gut um mich kuemmern! \


Jetzt aber noch ein paar Bilder von den letzten 2 Tagen. Samstag morgens gings los mit so ca. 40 Leuten von EGAT. Der Trip war ziemlich gross aufgezogen und es wurde echt an alles gedacht. Ich hab mich in einem VIP-Bus fuer 11 Personen wiedergefunden, der naja was soll ich sagen, Luxus pur war. Hatte dort mega Platz fuer meine Beine, auch waren alle Sitze mit Leder bezogen, Klimaanlage versteht sich und natuerlich nem ziemlich coolem Videosystem mit Flachbildschirm in Wohnzimmergroesse ueber unseren Koepfen, leider auch Karaoke-faehig. Zum Glueck waren die Leute nicht so motiviert und das blieb mir erspart! Da ich keinen im Bus zuvor kannte, war die Fahrt auch ziemlich ruhig fuer mich und ich hatte Zeit mich umzuschauen. Ab von der grossen Strasse gings dann in ziemlich unwegsames Gelaende und man wurde mit einem Schlag in die Vergangenheit versetzt. So wurden da die Felder noch komplett von Menschen bestellt und auch die Huetten der Bewohner waren eigentlich nur aus Bambus und Gras.



Von der Strasse nicht zu sprechen, die war anfangs noch geteert, hat sich dann aber ziemlich schnell in eine nur langsam befahrbare Strecke gewandelt. Die Befestigung der Srasse war oefters ziemlich fraglich, aber ich befand mich ja nicht an der Spitze unseres Konvois :-) Safty first!



Auch gab es manche Stellen, an denen unser VIP-Bus doch lieber ein Jeep oder Pick Up haette sein sollen. Wir sind dort mehrmals aufgesessen und es ging nur weiter, nachdem wir ausgestiegen sind, aber immerhin gings weiter!



Dafuer wurden wir mit einer komplett anderen Landschaft um uns herum belohnt. Man hat hier sehr stark den chinesischen Einfluss der Bewohner dort bemerkt. Ueberall waren Terassen angelegt, um Reis anzubauen und es gab auch Plantagen mit gruenen Tee.



Nicht desto trotz haben uns die schlechten Strassenverhaeltnisse gezwungen auch einmal ein paar Meter oder sogar einen Kilometer zu Fuss zurueckzulegen.



Aufnahmen wie diese sind dann dabei entstanden. Das war kurz vor dem Ziel am Fusse des letzten Berges, auf dem uns die Kinder und Dorfbewohner erwartet haben.



Dort angekommen haben dann, so wurde mir zumindestens gesagt, 300 Kinder auf uns gewartet. Die Geschenke, wie Klamotten, Buecher und Suessigkeiten waren bereits dort, da Grenzsoldaten uns mit ihren Gelaendewagen geholfen haben die Sachen dorthin zu transportieren. Auch haben die dort in dieser abgelegenen Gegend, nicht weit von Myanmar entfernt, ziemlich viele Aufgaben erfuellt, wie z.B. die Kinder dort zu unterrichten. Es war also nicht verwunderlich als die zuert in Reih und Glied stehenden Kinder auf Befehl links bzw. rechts um sind um in der Mitte Platz zu schaffen fuer diverse Auffuehrungen. Davor haben mich die Thais aber noch fuer ein paar Fotos zu den Kindern geschickt. Die hatten allerdings ein wenig Angst, als ich auf sie zugekommen bin. Mit meinen knappen 2 Metern war ich dann doch einen Kopf groesser als die meisten Leute dort, hinzukommend, dass ich auch noch ein Farang (Europaer) bin und viele bestimmt das erste Mal einen zu Gesicht bekommen haben, also nur verstaendlich!



Die Maedels auf dem zu sehen waren zuvor mit in meinem Bus unterwegs und eigentlich, wenn sie sich mal getraut haben Englisch zu sprechen, ganz lustig. Sie studieren gerade in Chiang Mai und ein paar Tage spaeter, also gestern am Mittwoch, haben sie sich frei genommen und mir fuer einen Tag ihre Stadt gezeigt.

Wie gesagt gabs dort auch Tanzauffuehrungen. Da war so ziemlich alles dabei, von nur aus Maedels bestehenden Gruppen, die synchron getanzt haben, bis zu Gruppen, bei denen sich in der Mitte ein Junge mit einem traditionellen Instrument abgequaelt hat und die herum nur ein wenig im Kreis gekaufen sind.



Aber traditionelle Kleidung hatten sie immer an und meistens waren es auch fuer dort typische Lieder zu denen sie getanzt haben. Das naechste Bild allerdings zeigt eine Gruppe, der man noch nicht angesehen hat was denn kommen wird. Die hatten naemlich den Sommerhit vor ein paar Jahren im Schlepptau. Ja ich hab doch wirklich dort in der abgelegenen Bergwelt Thailands dieses Tragosday Lied zu hoeren bekommen :-)



Zwischen den Auffuehrungen und eigentlich permanent ist ein ziemlich seltsamer Typ ueberall herumgesprungen.



Zuerst dachte ich es sei vielleicht ein Soldat von dort, aber wie sich spaeter heraus gestellt hat, war er wohl von unserer Gruppe, denke aber nicht, dass er bei EGAT arbeitet, vielleicht kennt er dort jemanden. Es hat sich naemlich auch waehrend unserer Reise herausgestellt, dass der Trip privat organisiert war, zwar groesstenteils Leute von EGAT, aber auch andere wie deren Freunde und Familien dort dabei waren.
So hab ich jetzt z.B. eine Einladung in ein Restaurant in Bangkok ;-)

Mit dem Pickup gings dann nach der Uebergabe der Geschenke wieder weg von den Kindern in unser Camp nicht unweit des Dorfes auf den naechsten Huegel.



War ein ziemlich schoener Ort mit einer guten Aussicht auf das drum herum liegende Land.



Dort hatten wir dann auch ein paar Huetten fuer die Nacht, bzw. wer Lust hatte, konnte auch in Zelten dort uebernachten.

Am Abend durfte ich auch einem wirklich coolen Brauch in Thailand beiwohnen. Die hatten naemlich Ballons aus Papier mit sich unter denen man ein Feuer entzuendet hat und die dann, nachdem sich die Luft in ihnen genuegend erwaermt hat, aufgestiegen sind. Da es bereits dunkel war, war das wirklich schoen anzusehen wie um einen herum die Ballons aufgestiegen sind.



Nach Brauch der Thais haben dann alle Leute dort den Ballon kurz vor dem Abheben noch beruehrt und dann in den Himmel aufsteigen lassen. Damit sollen alle schlechten Dinge und vor allem Pech vom Ballon mitgenommen werden. Dumm war es nur, dass um uns herum ziemlich grosse Baeume standen in denen sich so mancher Ballon gleich nach dem Start wiedergefunden hat. Was das nun zu bedeuten hat wollte mir kein Thai erklaeren :-)



Angelockt von den vielen Lichtern sind dann auch wieder die Kinder von den Bergbewohnern gekommen und haben auch mit Begeisterung geholfen die Ballons zu starten.



So sah das ganze dann nach dem Start aus. Zuerst dachte ich, dass die Ballons kurz nach dem Start wieder erlischen und abstuerzen, aber die haben bestimmt so ne Stunde ausgehalten und daher war auch der Himmel um uns rum voller Lichter, die sich langsam entfernt haben. Wirklich schoen anzusehen!



Naechste Woche ist dann Loykadom, speziell ein Feiertag im Norden Thailands, zu dem, wie sie mir schon jetzt alle erzaehlen, wohl tausende solcher Ballons ueberall zu sehen sind.

Viele hat aber dieses Schauspiel ganz kalt gelassen und die haben so ne Art Pokerspiel gezockt. Dabei gings um wirklich nicht wenig Geld, selbst fuer europaeische Verhaeltnisse. Der eine hat z.B. den Abend 6000 Baht, sprich 120 Euro verzockt und mir das auch noch mit nem Laecheln erzaehlt!



Den naechsten Morgen ist dann auch noch ein Moench vorbeigekommen, der fuer die doch weitlaeufige Gegend dort auf einem Pferd unterwegs war. Normalerweise ziemlich unueblich, wenn nicht streng genommen in deren Glauben verboten, aber anders gehts halt nicht in dieser Region. Der Moench ist auch ueberall bekannt und wurde von der Gruppe mit Geschenken ueberhaeuft.



Auf dem Rueckweg gings dann auch ein wenig besser und schneller. Die Fahrer hatten sich so langsam an die Strassen gewoehnt. Gut das ich auch mein Handy mit dabei hatte, denn die Telefonzellen waren nicht so einladent. Fuer Deutschland haette diese Firma wohl ihren Namen aendern muessen :-)



Naechstes Ziel war dann auch schon Mae Sai ein Grenzort zu Myanmar, wo die Leute von mir billig einkaufen wollten. Da aber fuer mich die Einreise ein wenig kompliziert und vor allem kostspielig ist, bin ich in Thailand geblieben und hab mich statt dessen naechst zum Grenzfluss in ein Kaffee zum chillen gesetzt.
Hatte von dort den besten Ausblick auf die Grenzbruecke und das dahinter liegende Myanmar, wie auf dem naechsten Bild zu sehen ist.



Eigentlich wollte ich ja ein wenig shoppen gehen, aber dort hat sich dann ein ziemlich interessanter Gespraechspartner aufgetan. Ein Admiral der thailaendischen Marine, der auch wies der Zufall so will den Onkel meines Betreuers hier kennt, den ich 2 Wochen zuvor kennengelernt habe. Also wirklich voll der Zufall!
Daher vergingen die 2 Stunden wie im Flug.

Hier ein Bild von der Tochter des Organisators wie sie Leckereien von Myanmar isst.



Naja wenn man genau hinsieht kann man erkennen was es wohl ist. Es sind naemlich fritierte Raupen, eine Delikatesse fuer viele Thais.



Ich hab lediglich 2 oder 3 von denen probiert. Haben jetzt nicht sonderlich gut geschmeckt, vielmehr hatten sie keinen Geschmack.



Besser war dann schon die fritierte Schweinehaut. Allerdings hatte ich davon schon nach 3 bis 4 Chips genug vom vielen Fett. Leider habe ich keine Bilder davon! Das waer mal die richtige Leckerei fuer den Tobi!

Noch schnell ein letztes Foto vom noerdlichsten Punkt in Thailand und auf Richtung Heimat.



Zwischenstopp wurde dann in einem ziemlih bekannten und auch einer fuer mich schoensten Tempel Thailands gemacht. Den hat ein ziemlich bekannter Kuenstler dort spendiert!

Wenn man ihn betritt, kann man allerdings nur ahnen, dass es sich um einen Tempel handelt. Die Haende dort wirken ziemlich bizarr und passen mal so garnicht in das Bild eines buddhistischen Tempels.



Dafuer war der Rest wirklich schoen!





Das Gelaende dort hat nicht nur diesen Tempel gehabt, vielmehr waren dort bestimmt 4 oder 5, teilweise noch im Bau oder bereits fertiggestellt.
Die Toilette ganz in gold ist ziemlich bekannt und soll auch mal das letzte Bild in meinem Bericht sein.



Alles in allem ein wirklich gelungener Trip in den Norden Thailands. Hab dort innerhalb der zwei Tagen dort ziemlich viel gesehen und wieder einmal viele Leute kennen gelernt, deren Namen ich natuerlich nicht mehr parrat habe :-)

Im Moment befinde ich mich noch in Chiang Mai, werde aber in der naechsten Stunde mit meiner Gruppe hier zum Busbahnhof gehen und den Trip nach Lao antreten. Geplant ist eine Bootsfahrt auf dem Mekong River und dann ein Tag Aufenthalt in der alten Hauptstadt Laos in den Bergen. D.h. macht euch schon mal in der naechsten Woche auf einen Bericht darueber gefasst!

Muss jetzt aber noch schnell meine Sachen hier noch packen. Machts gut und bis bald!

Stephan

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